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Mehr Pflege, weniger Dokumentation
Pflegedokumentation und Haftung

Pflegedokumentation und Haftung

Ise Neumann, Mitglied der juristischen Expertengruppe um Ombudsfrau Elisabeth Beikirch, bewertet die Vorschläge zur Entbürokratisierung in der Pflegedokumentation. Hier eine Zusammenfassung ihres Beitrags im bpa-Magazin

Der Satz „Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht erbracht“ drückt die Sorge der Pflegekräfte vor haftungsrechtlichen Konsequenzen aus, wenn nicht jeder Handgriff schriftlich festgehalten ist. Demgegenüber zeigt der Prozess zur Effizienzsteigerung in der Pflegedokumentation unter Leitung von Frau Beikirch, dass reduzierte Dokumentation durchaus mit haftungsrechtlichen Anforderungen vereinbar ist.

Laut der von Frau Beikirch zu Rate gezogenen juristischen Expertengruppe kann etwa im stationären Bereich grundsätzlich auf Einzelleistungsnachweise hinsichtlich der grundpflegerischen Leistungen verzichtet werden. Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein einer individuell strukturierten Informationssammlung und einer daraus abgeleiteten Pflegeplanung. Darüber hinaus ist eine übergeordnete Leistungsbeschreibung erforderlich, die allen Pflege- und Betreuungskräften bekannt ist.

Falls ein Pflegebedürftiger Schadensersatzansprüche stellt, muss er nach geltender Rechtslage zunächst beweisen, dass die Einrichtung oder Pflegekraft diesen Schaden verursacht hat. Im Einzelfall kann es jedoch bei unzureichender Dokumentation zu einer Beweislastumkehr kommen. Daher sollte im Rahmen der Behandlungspflege an der fortlaufenden Leistungsabzeichnung durch die Pflegekraft festgehalten werden.

Für die ambulante Pflege ist aus rein haftungsrechtlicher Sicht ebenfalls eine knappe, aussagefähige Pflegedokumentation ausreichend. Da hier Leistungsnachweise jedoch als Abrechnungsbelege dienen, kann die Aussage nicht eins zu eins übertragen werden.

Damit die Sicherheit des pflegebedürftigen Menschen auch bei einem arbeitsteiligen Versorgungsablauf garantiert bleibt, sollten nur solche Maßnahmen dokumentiert werden, die für Pflegepersonal und Ärzte erforderlich sind, um pflegefachliche oder medizinische Entscheidungen zu treffen. Für die Grundpflege mit ihren Routinemaßnahmen genügt es, diese einmalig in Form einer Leistungsbeschreibung schriftlich festzuhalten und die Pflegekräfte darüber zu informieren.

Aus Frau Neumanns Sicht belegt das Projekt zur Entbürokratisierung der Pflege, dass die Reduktion der Dokumentation sowohl aus pflegefachlicher als auch aus haftungsrechtlicher Sicht möglich ist.

Quelle:
bpa-Magazin #1/2014, Seite 23 – 25: „Der Umfang der Pflegedokumentation aus haftungsrechtlicher Sicht: Weniger ist möglich!“, Autorin Ise Neumann. Die Autorin hat der Veröffentlichung einer Zusammenfassung ihres Beitrags zugestimmt. Den vollständigen Artikel finden Sie zum Herunterladen unter folgendem Link:
www.bpa.de/fileadmin/user_upload/MAIN-dateien/BUND/bpa_Magazin/bpa_Magazin_AusgNr86_01_2014_Internet.pdf

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