Mehr Pflege,
weniger Dokumentation

Zum ersten Mal seit Einführung der Pflegeversicherung
wurde ein neues Strukturmodell zur Pflegedokumentation
in der Praxis getestet. Informieren Sie sich über die
Auswirkungen für Ihre Dokumentation.

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Mehr Pflege, weniger Dokumentation
Abschlussbericht zum Projekt

Abschlussbericht zum Projekt

Seit April 2014 liegt der Abschlussbericht des Projekts „Praktische Anwendung des Strukturmodells Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation in der ambulanten und stationären Langzeitpflege“ vor. Die folgende Zusammenfassung stellt die Ausgangslage und die Ziele des Projekts vor.

Neues Strukturmodell und Praxistest

Auf der Grundlage vielfältiger Beratungen mit Experten aus Fachpraxis und Fachwissenschaften, Prüfinstanzen auf Bundes- und Landesebenen und sozialrechtlicher Expertise entstanden im Jahr 2013 Empfehlungen zur Gestaltung eines Strukturmodells der Pflegedokumentation. Diese Empfehlungen wurden im Juli 2013 von der Ombudsfrau zur Entbürokratisierung der Pflege (Elisabeth Beikirch) im Bundesministerium für Gesundheit vorgelegt. Verschiedene Spitzen- und Berufsverbände beantragten dann beim damaligen Gesundheitsminister die Durchführung eines dreimonatigen Praxistests zur Umsetzung der Empfehlungen. An diesem Test nahmen von September 2013 bis Februar 2014 insgesamt 29 ambulante Pflegedienste und 23 stationäre Einrichtungen teil. Die neue Art der Dokumentation wurde dort mit jeweils zwei Klienten bzw. Bewohnern durchgeführt.

Ziele des Projekts

Da es auf Bundesebene derzeit keine einheitliche Grundstruktur einer fachwissenschaftlich begründeten Pflegedokumentation gibt, existieren kaum verbindliche Vorgaben, wie eine Pflegedokumentation haftungsrechtlich verbindlich und qualitativ hochwertig zu erstellen ist. Im Gegenteil, die gestiegenen Anforderungen an die Pflegedokumentation durch MDK, Heimaufsicht usw. führen häufig zu einer Mehrdokumentation und einem größeren Umfang von Einzelleistungen. Das Projekt setzte sich daher zum Ziel, alle bisherigen fachlichen und juristischen Aussagen zur Dokumentation zu hinterfragen und die Kritikpunkte aus der Fachpraxis aufzugreifen.

Es sollte ein Verfahren erarbeitet werden, mit dem die Pflegedokumentation auf das fachlich und rechtlich notwendige Maß reduziert wird, um Zeit für die direkte Pflege und Betreuung zu gewinnen. Insbesondere sollten die fachliche Kompetenz und die beruflichen Erfahrungen der Pflegekräfte mehr in den Vordergrund rücken. Gleichzeitig sollten die individuellen Wünsche und Vorstellungen der Pflegebedürftigen aktiv aufgegriffen werden.

Projektabschluss und weiteres Vorgehen

Seit April 2014 liegt der Projektabschlussbericht vor. Dieser stellt fest, dass bei fast allen Einrichtungen, in denen der Praxistest durchgeführt wurde, ein Paradigmenwechsel vollzogen wurde, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Der Schulungsbedarf dafür war jedoch größer, als er im Rahmen des Praxistests zur Verfügung gestellt werden konnte. Vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen ist davon auszugehen, dass es in erster Linie einer bundes- und landesweiten Implementierungsstrategie bedarf, die für einen Zeitraum von ca. zwei Jahren auf diesen beiden Ebenen zentral gesteuert und begleitet wird.

Quelle:
Abschlussbericht, Elisabeth Beikirch (Projektsteuerung), Gabriele Breloer-Simon und Friedhelm Rink (Projektkoordination), Prof. Dr. Martina Roes (Begleitevaluation), Universität Witten/Herdecke, Department für Pflegewissenschaft, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Berlin/Witten, April 2014.
Den Projektabschlussbericht in seiner vollen Länge als Pdf-Datei herunterladen: http://www.bmg.bund.de/pflege/vereinfachung-in-der-pflegedokumentation/

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